Artikel der Handwerkskammer Heilbronn

Betriebsbesuche der Handwerkskammer im Landkreis Heilbronn

So vielfältig wie das Handwerk waren auch die Betriebe, die die Handwerkskammer Heilbronn-Franken am 27. Mai 2014 im Landkreis Heilbronn besuchte. Kammerpräsident Ulrich Bopp, Hauptgeschäftsführer Ralf Schnörr sowie Abteilungsleiter Gerald Friebe von der Unternehmensberatung der Handwerkskammer suchten den persönlichen Kontakt zu ihren Mitgliedsbetrieben und wollten wissen, wo ihnen der Schuh drückt. Gewerkübergreifend eine Rolle spielte bei der Tour der sich abzeichnende Fachkräftemangel. Ein Umstand, der Kammerpräsident Bopp zu denken gibt. „Unsere hoch technologisierte Gesellschaft braucht die Spitzenkräfte des Handwerks auf den vielen Baustellen der Zukunft. Denn sie braucht praktisch orientierte Menschen mit viel Kreativität, die den Fortschritt umsetzen.“

Stamm Metallbau

Der Betrieb Stamm Metallbau GmbH in Elsenz stand als erstes auf dem Plan. Jedes Produkt von dort ist eine individuelle Einzelanfertigung. Die Mitarbeiter bringen Edelstahl und Aluminium in Verbindung mit Elementen aus Glas, Stein, Holz, Bambus oder Kunststoff. Zum Beispiel bei Treppen- oder Balkongeländern. Als jüngste Innovation hat Geschäftsführer Jürgen Stamm ein Geländersystem für jegliche Lochblech-, Glas- und alle Stabvarianten erfunden. Sein Produkt hat er zum Patent angemeldet. „Wir könnten noch viel mehr machen“, weiß der Metallbaumeister, „wenn wir genügend Fachkräfte hätten.“ Auch über die Betriebsnachfolge macht sich der 48-Jährige schon jetzt Gedanken. Seine Tochter, möchte nach ihrem Schulabschluss eine Lehre als Metallbauerin machen und danach den Betriebswirt des Handwerks draufsetzen. Beste Voraussetzungen, um in den elterlichen Betrieb einzusteigen.

Hoffmann – Wohnen mit Holz

Die zweite Station des Tages führte zur Schreinerei Hoffmann. 1995 wurde der Betrieb von Erich Hoffmann in Neckarwestheim gegründet und siedelte vier Jahre später nach Brackenheim um, um den Maschinenpark erweitern und modernisieren zu können. Eine Besonderheit der Schreinerei ist, dass das Material hauptsächlich aus der Region kommt. Zum Beispiel das Eichenholz, das auf dem Heuchelberg geschlagen wurde. Außerdem werden alle Produkte di-rekt am Standort hergestellt. „Wir kaufen keine Halbfabrikate dazu“, erklärt der 47-jährige Schreinermeister. Wichtig ist ihm auch die Qualifikation seiner Mitarbeiter. Er hat alle selbst ausgebildet. Zurzeit sind fünf Auszubildende bei ihm in der Lehre. In den vergangenen knapp 20 Jahren haben fast 30 Lehrlinge eine Ausbildung im Betrieb durchlaufen.

Bauunternehmung Haass

Als nächstes machte sich die Delegation nach Güglingen zur Bauunternehmung Haass auf. Den Betrieb gibt es schon seit über 40 Jahren. Durch den Zukauf eines weiteren Grundstücks hat das Unternehmen genügend Platz, um auch Kleinmengen an Material direkt vor Ort zu lagern. Der Betrieb beschäftigt derzeit rund 50 Personen, darunter vier Bauleiter. Auch hier kommt das Thema Fachkräfte auf den Tisch. „Die Lehrlingsqualität lässt stark nach und die Guten machen gleich weiter“, berichtet Inhaber Otto Haass. Kammerpräsident Bopp und er sind sich einig, dass die Bedingungen auf dem Bau nicht einfach sind. Andererseits gebe es genau hier besondere Erfolgserlebnisse: Jeden Abend könne man sehen, was man mit seiner Arbeit erreicht hat.

SWT Services

Die letzte Station des Tages brachte die Gruppe nach Ilsfeld. Hier traf die Delegation auf 50 Jahre Erfahrung in der Spann- und Wuchttechnologie. Und das, obwohl das Unternehmen erst vor vier Jahren gegründet wurde. Oliver Pfeiffer, Jörg Ehrenfeld und Jörg Brenner haben sich zusammengetan, um sich als weltweit erster und einziger Service-Dienstleister zu positionieren. Sie arbeiten weltweit direkt beim Kunden. Das Spektrum reicht von der Inbetriebnahme über die Schulung und Einweisung von Mitarbeitern, die Wartung und Instandsetzung von Spannmitteln bis hin zu regelmäßigen Inspektionen. Ergänzt wird das Programm durch einen umfassenden Auswuchtservice sowie den Verkauf von Ersatzteilen und Zubehör und Handel von Neuprodukten in beiden Geschäftsbereichen. Die stetig wachsende Auftragslage sorgt für zufriedene Gründer. Eigentlich könnte sich der Betrieb schon jetzt vergrößern. „Doch weitere Investitionen müssen gut überlegt sein“, sind sich die drei einig.

Den Artikel können Sie online bei der HWK Heilbronn unter folgendem Link abrufen:

http://www.hwk-heilbronn.de/62,0,4873.html